Geschichte

Schon 6 Jahre nach ihrer Gründung im Jahre 1881 musste die Freiwillige Feuerwehr Unterglauheim zum größten Einsatz ihrer Geschichte ausrücken. Dazu ein Auszug aus dem Bericht des Bezirksfeuerwehrvertreters Zenetti aus Lauingen:

„Am 11. August ds. Jhrs. Nachm. 3 Uhr brach in Unterglauheim bei heftigem Weststurm im Anwesen Nr. 25 und zwar im Stadel desselben Feuer aus und da das Brandobjekt im westlichen Teile der Ortschaft lag, die meisten Ortsgebäulichkeiten mit Stroh gedeckt waren, die Getreideernte bereits vollständig in den Scheunen lag, stand nach ganz kurzer Zeit bereits die ganze Ortschaft in Flammen, und fand das Feuer, durch den heftigen Weststurm angefacht, überall reichliche Nahrung.
Die freiwillige Feuerwehr Unterglauheim, welche von dem ausgebrochenen Brande in ortsüblicher Weise benachrichtigt worden war, konnte bei der großen Feuerausdehnung eine ersprießliche Tätigkeit nicht entwickeln, zudem die meisten Mitglieder selbst dem Brandunglück betroffen wurden. Wohl brachten dieselben ihr und ihrer Mitbürger Hab und Gut soweit als möglich noch aus den bedrohten Häusern auf die Straße in Sicherheit, doch wurden auch hier die geretteten Gegenstände meistens ein Raub der Flammen.

Ein gleiches fand auch vielfach mit den in die Felder verbrachten Mobilen statt. In großer Eile kamen freiw. Feuerwehren aus der Nachbarschaft an, Höchstädt 40 Mann und 2 Löschmaschinen, Tapfheim 49 Mann, Wolpertstetten 20 Mann, Schwenningen 32 Mann, Sonderheim 15 Mann, Unterliezheim 31 Mann, Gremheim 42 Mann, Lutzingen 32 Mann, Oberglauheim 19 Mann, Blindheim 51 Mann, Schwennenbach 20 Mann, Deisenhofen 35 Mann, Oberliezheim 21 Mann, Münster-Erlingshofen 22 Mann, zusammen mit Unterglauheim 15 freiw. Feuerwehren mit 15 Löschmaschinen und ca. 500 Mann.
Zur Zeit der Ankunft der auswärtigen Feuerwehren standen 45 Haupt- und 35 Nebengebäude in Flammen. Noch waren vom Feuer verschont die Ortskirche, das Schulhaus, 1 großer Bauernhof und 13 kleine Anwesen von welchen 9 mit Strohdachdeckung versehen waren.
Die Wasserverhältnisse im Ort Unterglauheim sind ziemlich mangelhaft, im Ort selbst befanden sich 2 kleine Weiher, welche aber bald leer wurden. Die vorhandenen Schöpfbrunnen wurden in ihrer Schopfvorrichtung vielfach vom Feuer zerstört und zuletzt musste das Wasser mit Fässern aus dem bei Blindheim gestauten Nebelbache zur Brandstätte geführt werden. Die anwesenden Feuerwehren arbeiteten nach Kräften an der Bekämpfung des Feuers und hatten sich zur Aufgabe gestellt ein Weiterverbreitung desselben zu verhindern, was denselben auch gelang.“

Neben dem Retten und Helfen vergaß die FFW Unterglauheim aber auch das Feiern nicht. So wurde bereits im Jahre 1892 das 15-jährige Bestehen der Feuerwehr gefeiert. Dabei erhielten 10 Mitglieder ein Ehrendiplom. Weitere 10 Jahre später konnte man dann auch das 25-jahrige Gründungsjubiläum abhalten, wobei 6 Feuerwehrleute für 25-Jahre Wehrdienst ein Ehrenzeichen erhielten.

Zu beiden Feierlichkeiten nahmen mehrere Wehren aus der Umgebung teil. Als interessante Anekdote ist dem 1. Protokollbuch der freiwilligen Feuerwehe Unterglauheim zu entnehmen, dass der Verein bereits in den Jahren 1899 und 1902 Theater spielte. Die Theaterleitung hatte bei der 1. Aufführung Hr. stud. Oblinger und bei der 2. Hochwürden Hr. Viktor Sailer.

Im Jahre 1905 erstellte die Gemeinde der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Feuerwehrhaus, dass bis zum 100-jährigen Gründungsjubiläum in dieser Form bestehen blieb. 1907 erhielt die Wehr eine neue Saug- und Druckspritze. Diese wurde wie es hieß unter günstiger Mithilfe des Kaisers und der Gemeinde beschafft. In den beiden Weltkriegen, die in den folgenden Jahren kamen musste die Feuerwehr Unterglauheim um 19 Kameraden trauern, die aus den Wirren der Kriege nicht mehr heimkehrten. Nach dem 2. Weltkrieg waren es wieder einige Männer, die sich zusammenschlossen um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Im Jahre 1946 wurde die Einsatzkraft der Wehr durch die Anschaffung einer Motorspritze enorm gesteigert.

1952 fand unter Kommandant Albert Schweyer das 75-jährige Gründungsjubiläum statt. Es wurde ein Umzug abgehalten und der Festakt mit Übergabe der neuen Motorspritze TS 8/8 fand im Gasthaus Schwayer statt. Abends wurde noch zum Tanz im Gasthaus Weichenmeier eingeladen. Schon 1959 konnte man eine neuere Tragkraftspritze des Typs 8/8 bei der Freiwilligen Feuerwehr Unterglauheim in Gebrauch nehmen.

Passend zur neuen TS 8/8 wurde dann 1963 ein neuer Spritzenwagen beschafft. Im selben Jahr wurde unter Kommandant Josef Scherer auch noch eine neue Vereinsfahne gekauft. Um immer auf dem neuen Stand der Technik zu bleiben, musste 1969 der alte Trocknungsmast einem Schlauchtrocknungsautomaten weichen. 1976 installierte man eine elektrische Sirene auf dem Dach der alten Schule. Somit war man auch an die zentrale Funkalarmierung des Landkreises angeschlossen. Diese löste die bis dahin erfolgte Alarmierung durch einen Hornisten oder eine handbetriebene Sirene ab.

Als nächstes Großereignis in der Geschichte der FFW Unterglauheim stand 1978 das 100-jährige Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe auf dem Programm. Die Vorzeichen für das Jubelfest waren optimal, so herrschte in der Zeit des Zelt bzw. Festaufbaus strahlender Sonnenschein. Zum Festbeginn am Freitagabend meinte es der Wettergott aber nicht mehr so gut mit dem Festveranstalter und es regnete in strömen. Da es auch am Samstag nicht zum Regnen aufhören wollte, mussten sogar Gräben um das Festzelt gezogen werden. Da aber die Unterglauheimer Wehr anscheinend einen guten Draht nach oben hat, konnte wenigstens der Festumzug am Sonntag ohne Regen durchgeführt werden.

10 Jahre später stand dann das 110-jährige Jubiläum der Feuerwehr an. Dabei wurden Josef Scherer und Albert Schweyer zu Ehrenmitgliedern ernannt. 2001 konnte dann nach 3-jähriger Bauzeit und ca. 2000 freiwilligen Arbeitsstunden die Einweihungsfeier für das neu renovierte Feuerwehrhaus mit angeschlossenem Schulungsraum abgehalten werden.

 

Im Jahr 2007 konnte nun der nächste Meilenstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Unterglauheim gelegt werden. Durch den unermüdlichen Einsatz unseres Kommandanten Johannes Oberfrank, gelang es uns, die Werksfeuerwehr des Bosch-Siemens-Hausgeräte-Werkes in Dillingen davon zu überzeugen, ihr ausgemustertes TLF16 uns zu übergeben.

Obwohl das Auto bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, ist es durch allerlei Raffinessen (Schaum, Schnellangriff, Wassertank, etc.) für alle erdenklichen Einsätze geeignet. Hiermit möchten wir uns alle nocheinmal besonders bei der Firma BSH-Dillingen bedanken.

Vorstände

Zeitraum Name
1876 – 1878 Paul Schweyer
1879 – 1893 Michael Mengele
1894 – 1905 Josef Oblinger
1906 – 1918 Vitus Kraus
1919 – 1939 Anton Oblinger
1937 – 1945 Johann Zill
1946 – 1970 Nikolaus Harnauer
1971 – 1983 Lorenz Behringer
1984 – 1995 Ludwig Häußler
1996 – 2008 Johann Riegg
2008 – Heute Wilhelm Scherer

Kommandanten

Zeitraum Name
1876 – 1880 Josef Oblinger
1881 – 1883 Josef Gerstmair
1884 – 1888 Kaspar Nödel
1887 – 1900 Michael Schmid
1901 – 1903 Bernhard Knötzinger
1904 – 1918 Anton Oblinger
1919 – 1926 Otto Schmid
1927 – 1936 Josef Zangl
1937 – 1939 Nikolaus Harnauer
1940 – 1955 Albert Schweyer
1956 – 1963 Josef Scherer
1964 – 1976 Adolf Wille
1977 – 1983 Ludwig Häußler
1984 – 1989 Franz Zangl
1990 – 2001 Wilhelm Scherer
2002 – Heute Johannes Oberfrank